Im Herzen Frankreichs, Région Centre, Loiret , liegt Orléans durch die Loire in zwei Hälften geteilt. Ehemals be- deutende Hauptverkehrsader für Transporte mit flachbodigen Segelschiffen, ist das Val de Loire heute noch als jungfräuliche, wildromantische Flusslandschaft mit zehntausenden Sandbänken, Inseln, Auwäldchen, Felsen
und reichen Vogelkolonien erhalten. Da und dort behäbig und breit dahin fließend , dann wieder in unzählige Seitenarme gespalten. Sanfte Mäander, romantische Altarme und Lagunen wechseln mit reißenden Strom- schnellen ab. Die Pegelstände differieren nach Niederschlägen und Jahreszeiten in beeindruckender Band-
breite. Die mächtigen Kaimauern am Ufer der romantischen Altstadt Orléans lassen erahnen welchen Respekt die Einwohner der Schicksalsstadt Jeanne d´Arcs seit jeher vor dem Fluss hatten und haben. Die Hochwassergefahr ist heute keineswegs gebannt. Pegelmarken historischer Flutkatastrophen findet man bis zu den Fenstern der
ersten Stockwerke der Häuser am Kai. Für die Ligériens, wie sich die Menschen entlang des Flusses nach seinem
alten bretonischen Namen Liger stolz nennen, bleibt sie ewig junge, schöne Geliebte mit ungezügeltem Temperament.